Zeitgeist

Ciao, KI-Sprech: Warum beliebige KI-Texte jetzt 40 % weniger Reichweite erzielen

Im Oktober 2026 weisen drei unabhängige Entwicklungen in dieselbe Richtung: LinkedIn drosselt Beiträge, die nach KI klingen. Neue Software versucht hektisch, Markenregeln in KI-Prompts zu pressen. Und Marketingverantwortliche nennen austauschbare Inhalte die aktuell größte Gefahr für ihre Sichtbarkeit.

Viele gleich graue Textzeilen in Reih und Glied, dazwischen ein gefüllter Tropfen in Honiggelb
Bild: KI-generiert

Die Botschaft ist eindeutig: Wer eigen klingt, wird gehört. Wer beliebig klingt, verschwindet.

1. Das WWW wird messbar eintönig

Das Pew Research Center hat 2026 rund 490.000 englischsprachige Webseiten analysiert. Das Ergebnis: Etwa jede zehnte Seite zeigt Spuren von KI. Bei Seiten, die nach dem Start von ChatGPT erschienen sind, ist es mehr als jede dritte. Gedankenstriche tauchen seit Anfang 2023 fast doppelt so häufig auf, und Wendungen wie „Es ist nicht nur X, es ist Y“ haben sich fast verdreifacht.

Viele Texter:innen empfehlen, Gedankenstriche und Gegenüberstellungen bleiben zu lassen. (Ich habe den Gedankenstrich geliebt und vermisse ihn jetzt schon.) Doch in der Masse lässt sich der Wandel nicht mehr ignorieren – besonders auf .com-Seiten ist die Dichte an KI-Floskeln extrem hoch.

2. LinkedIn straft Beliebigkeit ab

Laut einer Pangram-Auswertung stammen über 40 % der langen LinkedIn-Beiträge von einer KI. Die Plattform greift durch: Seit August können Nutzer Inhalte als „AI Slop“ markieren – ein Button, der in den ersten zwei Wochen über eine Million Mal gedrückt wurde.

Zusätzlich prüft nun ein Team ehemaliger Journalist:innen mithilfe eines eigenen Modells, wie echte, wertvolle Beiträge klingen. Das Resultat: Generische KI-Texte werden kaum noch außerhalb des direkten Kontaktkreises ausgespielt. Die Aufrufe solcher Inhalte sind laut LinkedIn um 40 % gesunken.

Was das bedeutet? Beliebigkeit kostet ab sofort messbar Reichweite, auch im DACH-Raum.

3. Marketingexpert:innen schlagen Alarm

Eine Umfrage des Great Lakes Institute unter 121 Marketingverantwortlichen zeigt: 96 % erwarten, dass KI-generierte Inhalte weiter zunehmen. Ihre größte Sorge ist dabei nicht der Vertrauensverlust oder das Fehlen einer Markenstimme – es sind generische, austauschbare Inhalte.

Die Software-Industrie reagiert bereits: Werkzeuge wie Opal, Omneky oder Typeface versuchen, Tonalität und Markenregeln zentral in Prompts für Claude oder ChatGPT einzuspeisen.

Das Problem mit den neuen KI-Werkzeugen

Tools können Regeln verwalten, aber sie können keine Identität stiften.

Eine Regel wie „Wir klingen nahbar und klar“ führt in der KI bei jeder Marke zum selben Ergebnis. Erst wer genau zuhört, findet die Wörter, die ins Herz der Kund:innen treffen.

Genau an diesem Punkt schlage ich die Brücke: Ich lege die Sprache frei, die in deiner Marke bereits existiert. Aus diesen feinen Nuancen formen wir einen Sprachkern, der sowohl deinem Team als auch der KI als Fundament dient. Und es braucht nicht noch einen weiteren KI-Anbieter. Der Text-Assistent von Nektar wirkt dort, wo du und dein Team täglich arbeitest: Claude, ChatGPT, Gemini oder Copilot.

Was das für deine Marke heißt

Glatt. Korrekt. Vergessen.
Was früher einfach nur langweilig war, ruiniert heute Reichweite und Wiedererkennung.

Die gute Nachricht: Deine echte Markenstimme ist längst da. Sie steckt in deinen besten Kundengesprächen, im Feedback deiner Zielgruppe und in dem, wie dein Team spricht, wenn kein Diktiergerät läuft. Wenn du diese Sprache freilegst, schreibt die KI als Assistentin mit – aber das letzte Wort behält immer der Mensch.

Wie klingt deine Marke? Der 10-Sekunden-Check

  1. Öffne deine Startseite und deck das Logo ab.
  2. Lies den ersten Satz laut vor.
  3. Lies danach die ersten Sätze deiner drei engsten Mitbewerber.

Klingt alles austauschbar? Dann weißt du genau, wo deine Arbeit beginnt.

Inspiriert von Lauren Berkemeyer, CMO bei YuLife.

Quellen: „1 in 10 Webpages Shows Signs of AI Authorship, Pew Reports“, Search Engine Journal, 2026. · „LinkedIn Fights AI Slop“, Slashdot mit Bezug auf CNN, 18. Oktober 2026. · „Great Lakes Survey Reveals 96% Of Marketing Leaders Expect AI-Generated Brand Content To Increase“, MENAFN, Oktober 2026. · „The latest AI-powered martech news and releases“ (Opal, Omneky), MarTech, 8. Oktober 2026. · „Typeface carries enterprise brand rules into Claude and ChatGPT“, PPC Land, 2026. · Lauren Berkemeyer über KI-Sprache im Marketing, Marketing Week, 21. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Bestraft LinkedIn grundsätzlich alle KI-Texte?

Nein. LinkedIn drosselt nur Beiträge, die als generischer, minderwertiger KI-Content („AI Slop“) eingestuft werden. Wer KI als Entwurfshilfe nutzt, den Text danach aber gründlich überarbeitet, verfeinert und persönlich macht, erreicht weiterhin sein Publikum.

Reicht es nicht, den Sprachleitfaden einfach im Prompt zu hinterlegen?

Nein. Prompt-Regeln bewahren nur eine Stimme, die bereits existiert. Wurde die Markenstimme vorher nicht scharf herausgearbeitet, multipliziert die KI lediglich Durchschnitt. Zuerst kommt das Zuhören, dann das Setup im Tool.

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